Philosophie

Philosophie ist für viele Bewegungskünstler der neuen Bewegungskünste ein großes Thema. Unsere Philosophie ist es, die Meinungen anderer zu respektieren und vor allem offen zu sein für die vielen Formen der Bewegungskunst, ganz nach dem Motto: "Feel free to try other Disciplines" (von Sebastien Foucan, deu: Fühl dich frei, andere Bewegungsformen auszuprobieren). Wir sehen jeden Bewegungskünstler als wertvolles Mitglied der Szene und unser höchstes Bestreben liegt darin, die Szene zusammenzuführen. Dies kann nur geschehen, wenn man sich gegenseitig respektiert und nach Gemeinsamkeiten sucht anstatt Unterschiede zu verurteilen.

Das Spektrum an Bewegungskünste, mit denen sich Freerunning.net beschäftigt, beinhaltet eine Vielzahl an unterschiedlichen philosophischen Ansätzen, aufgrund dessen viele Bewegungskünstler der Szene verstritten sind. Viele dieser Bewegungsformen zeigen jedoch große Ähnlichkeiten, und oft werden einige auch parallel ausgeübt. Oft sind die Communitys der einzelnen Bewegungskünste klein und isoliert. Wir wollen diese zu einer großen Community zusammenbringen, damit alle davon profitieren. Wir möchten das Verständnis untereinander verbessern, denn jeder verbindet mit seinen Bewegungen etwas ganz individuelles, doch wenn man sich gegenseiter besser versteht, bemerkt man häufig Gemeinsamkeiten.

Es folgt eine Aufzählung der Gemeinsamkeiten unserer Bewegungskünste. Diese Punkte stellen auch gleichzeitig unsere Philosophie dar und bilden somit auch den Rahmen für das Spektrum aller Bewegungskünste, mit denen sich diese Seite beschäftigen möchte. (Obgleich der Fokus auf Parkour, Freerunning, Tricking, X-Diving, Slacklining, Freestyle-Trampolin, Breakdance und Capoeria gesetzt ist, sind wir offen für neue Bewegungsformen)

 

Gemeinsamkeiten aktueller Bewegungskünste

- Kunst oder Sport?

Wir verwenden bewusst den Begriff "Bewegungskunst" anstatt "Sport", damit möchten wir die Bewegungsformen klar differenzieren von dem allgemeinen Verständnis des Begriffs Sportart, bei dem der Wettkampf als dessen Maxime Hand in Hand geht. Die Intention aktueller Bewegungskünste liegt jedoch nicht darin, sich mit anderen zu messen, oder sein können in einer Show zu präsentieren, sondern gemeinsam geistig und körperlich zu reifen, ganz nach dem Motto "Trainieren, um besser zu werden und nicht um besser zu sein". Hinzukommt, dass die individuelle Gestaltung der Bewegungen als kreativer Prozess einen klassischen, auf normierte Leistungen bezogenen Wettkampf unmöglich machen, da man so etwas wie Kreativität und geistiges Reifen nicht Messen kann.

In Wikipedia wird Kunst wie folgt definiert:

Kunst - Wikipedia

In diesem Sinne sieht auch der Bewegungskünstler seine Bewegungen auch als eine Hervorbringung eines kreativen Prozesses.

 

- Unabhängigkeit

Man kann alle diese Bewegungskünste fast überall und zu jeder Zeit ausüben, da man nicht gebunden ist an spezielle Trainingsstätten oder Mitspieler. Die Bewegung mit dem eigenen Körper steht im Vordergrund. Man kann dabei zwar mit seiner Umgebung interagieren, es werden jedoch keine Geräte benötigt, die man in seinen Bewegungen mitführt. Dadurch wird der Bewegungskünstler insbesondere im Parkour und Freerunning auch finanziell unabhängig. Lediglich wenn man eine spezielle Umgebung brauch, wie eine Turnhalle oder ein Schwimmbad, eine Slackline oder ein Trampolin, entsteht ein geringer Kostenaufwand, aber auch dann gilt: Der eigene Körper in Reinform stellt das Zentrum der Bewegung dar.

 

- Individualität statt Normierung

Man ist in der Wahl der Bewegungen frei. Es gibt viele Definitionen, doch häufig werden neue Bewegungen erfunden oder bekannte auf bisher unbekannte Art durchgeführt. Normierungen oder Reglementierungen wie bei Wettkampfsportarten gibt es nicht - Individualität und Kreativität ist gefragt. Vor allem im Parkour und Freerunning ergeben sich durch die Anpassung der Bewegungen an die unterschiedlichsten Umgebungen unendliche Variationsmöglichkeiten bekannter Bewegungsabläufe.

Dies führt auch dazu, dass die Bewegungen wichtiger werden als deren Benennung, bzw. dass eine sinnvolle Benennung der Bewegungsabläufe zu einem schwierigen Thema wird und ein Umdenken diesbezüglich dringend erforderlich wird.

 

- Mentale Leistung wichtiger als physische Leistung

Im Gegensatz zum Leistungssport, wo die pure körperliche Leistung oft das Maß aller Dinge ist, treten in den Bewegungskünsten vielmehr mentale Aspekte in den Vordergrund. Körperbeherrschung, der richtige Umgang mit Angst, Kreativität in der Gestaltung seiner Bewegungen, u.s.w. sind Lernziele, bei dessen Fortschritt der Geist eine wesentlich wichtigere Rolle Spielt als der Körper.

Aber auch die Physische Leistung wird immer mehr durch Kontrolle definiert anstatt maximaler Kraft, ganz nach dem Motto "Power is nothing without Control". So ist zum Beispiel im Parkour oder Freerunning Flow und Präzission wertvoller als maximale Sprungweite.

 

Auf die speziellen philosophischen Ansätze der jeweiligen Bewegungskunst wird im Bereich Bewegungskünste eingegangen.