Parkour
Parkour ist die effiziente Fortbewegung ohne Hilfsmittel. Effizient im Sinne der Flucht: schnell, kraftsparend und sicher. Ein Traceur (fr.:„der den Weg ebnet“) trainiert also neben allgemeinem Konditions und Krafttraining auch Hindernisse möglichst effizient zu überwinden. Zudem wird auch der Geist trainiert, da der Traceur kreativ einen Weg durch die Umgebung wählen muss, bei dem er seinen (imaginären) Verfolger möglichst effektiv entkommen kann. Zudem muss man im Training seinen Körper auf alle möglichen Bewegungsabläufe vorbereiten, so ist auch im Training viel Kreativität gefordert.
Parkour, die Kunst der "effizienten Fortbewegung", gibt es eigentlich schon seit Anbeginn der Menschheit. Denn der Urmensch musste oft flüchten: vor wilden Tieren, Naturkatastrophen oder anderen Gefahren. Sie war geradezu überlebensnotwendig.
Der Mensch musste lernen, sich in seiner Umgebung schnell und sicher fortzubewegen, wobei er seine Bewegungen dem natürlichen Umfeld anpassen musste. Schnelligkeit, Ausdauer, Balance und Präzision waren maßgebliche Faktoren.
Heutzutage haben sich die Umstände geändert, effiziente Fortbewegung entscheidet schon längst nicht mehr über Leben und Tod. Naturkatastrophen und natürliche Feinde bereiten nur den wenigsten Menschen Probleme und wir haben gelernt, technische Hilfsmittel zu bauen um von A nach B zu kommen und unsere Umgebung an unsere Bedürfnisse anzupassen.
Wir verlernen heute die Fähigkeiten, die von Geburt an in jedem Menschen schlummern und noch von Kindern intuitiv angewendet werden: Laufen, Klettern, Springen usw. Es erforscht sein Umfeld und seine Möglichkeiten um spielerisch zu trainieren, was man später im täglichen Überlebenskampf brauchen würde. Allerdings sind diese Fähigkeiten in der Neuzeit nicht mehr von Nöten und Eltern gewöhnen ihren Kindern sehr bald ab, sich frei in der Umgebung zu bewegen. "Das macht man nicht!", und mit einem bösen Blick wird dem Kind schnell sein natürlicher Spieltrieb wegargumentiert. Denn Fortbewegung macht man mit dem Fahrrad, dem Auto oder zu Fuß! Jedenfalls gibt es Straßen und man muss nicht mehr klettern oder Hindernisse auf andere Art und Weise überwinden.
Dennoch schlummert der Drang genau dies zu üben in uns und unser Körper ist wie dafür geschaffen. Buchstäblich. Diese Ansicht vertrat als einer der ersten der Franzose David Belle und legte mit seinem Ansatz den Grundstein für die Bewegungskunst Parkour.
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