effektives Training (Teil 2 - Planen!)

Die wichtigsten Dinge zuerst. Ich weiß, jeder von euch hat schonmal geplant, aber ich möchte diesen Aspekt von Grund auf richtig angehen. Wer nicht weiß, was man alles beachten sollte, wird damit in der Umsetzung auch schon oft genug gescheitert sein. Nur soviel sei gesagt. Wenn du aus deiner Vorstellung heraus einen Plan machen kannst, dann kannst du das Ziel definitiv erreichen. Mit einem Plan ist alles zu schaffen.

Was ist ein Plan?

Bildlich gesprochen: Eine Landkarte, die dich irgendwo hinführt. Nicht mehr, nicht weniger.

Immer dann, wenn du in deinem Leben eine Landkarte in die Hand genommen hast, war in der Regel schon klar, wozu du sie benötigst. Und sei es nur um sie im Unterricht auswendig lernen zu müssen. Genau dasselbe macht man auch mit einem Trainingsplan. Man braucht einen Grund.

1. Warum möchte ich mir einen Plan machen?

Zu allererst möchtest du natürlich einen Plan haben um dein Ziel zu erreichen. Aber was dann? Was ist wenn du dort angekommen bist? Was versprichst du dir von dem eigentlichen Ziel? Was ist das Ziel des Ziels?

Diese Frage ist sehr wichtig, denn ein Ziel um des Zieles Willen zu erreichen wird dich nicht lange auf Trab halten. Nach der Aufstellung eines Planes heißt es immer: Handeln. Die Motivation dafür kommt von dem "Wozu" des ganzen Unternehmens. Wenn du nicht willst, dass du erst mühsam einen Plan aufstellst und dann am Ende gar nicht bist zum Ziel fortschreitest weil dir die Gründe dafür ausgehen, dann frage dich das lieber gleich am Anfang.

Beachte, dass die Gründe für deine Reise am Ende soviel Erfüllung bringen müssen, dass sie die Entbehrungen auf dem Weg wieder wett machen. Wer sich ein bestimmtest Ziel setzt, wird auch bestimmte Methoden anwenden müssen um dieses Ziel zu erreichen. Es gibt immer Dinge, die dir nicht gefallen werden, die du aber trotzdem tun musst. Mache dir dies klar. Und dann geh weiter.

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Tipp: Du kannst jemanden dafür verantwortlich machen, dass du dein Ziel erreichst. Sehr hilfreich und einer der besten Motivationsschübe von außen. Dazu gibt es 2 Möglichkeiten:

I. Gib z.B einfach einem sehr guten Freund etwas, das dir sehr viel wert ist. Das kann Geld sein, ein Gegenstand, etc... . Du bekommst es erst dann zurück, wenn du dein Trainingsziel erreicht hast. Schaffst du es nicht, kann er es behalten. Du musst dafür dein Wort oder eine Unterschrift geben.

II. Suche dir eine Aufgabe, die du noch weniger gern machst, als das mühsame Training zum Ziel, z.B das Bad deiner Mutter putzen. Jedesmal wenn du dein Training ausfallen lässt, oder ein Etappenziel in einer bestimmten Zeit nicht schaffst (das planst du selbst) musst du diese Aufgabe verrichten. Dein Mutter wird sich freuen und du wirst alles daran geben das Putzen zu verhindern.

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Du hast also deine Gründe um den Plan anzufertigen gefunden? Und kannst dir relativ sicher sein, dass diese dich auch bis zum Ziel begleiten werden? Nun, dann wird es Zeit konkreter zu werden und dir zu überlegen, was alles auf deine Plan-Karte eingezeichnet werden soll. Du brauchst:

A) Ein Ziel, zu dem du hin willst

B) Ein Ort, an dem du dich befindest

C) Einen Weg von dem Einen zum Anderen = Hindernisse und Einzelziele auf diesem Weg

Sollte auch nur einer dieser 3 Punkte nicht vorhanden sein, dann kannst du die Karte gleich wieder wegschmeißen. Um daher Missverständnisse auszuschließen möchte ich im folgenden noch einmal auf jeden Einzelnen eingehen. So wie sie auch abgehandelt werden müssen.

Was tut man zuerst, wenn man eine Karte vor sich sieht? Man orientiert sich.

2. Wo stehe ich?

Eine gut Frage. Vor allem eine Frage, die jeder nur für sich selbst in Ehrlichkeit beantworten kann.

Was kannst du alles schon? Welche Bewegungen hast du bereits gelernt, womit hast du noch Schwierigkeiten? Was sind deine Stärken, was sind deine Schwachpunkte?

Es empfiehlt sich hier generell einmal eine Liste zu machen. Ob du es glaubst oder nicht, irgendwann vergisst du sogar das, was du schon kannst. In der Art, dass dein Körper das zwar immer noch hinbekommt, du aber gar nicht darauf kommst es auszuführen.

Diese Liste kannst du gestalten, wie du willst. Ich mag Stammbäume. So sehe ich welche Bewegung mit welcher nächstschwereren oder -leichteren in Zusammenhang steht. Man kann daran wunderbar weiterplanen, weil man die Voraussetzungen zu jeder komplizierten Bewegung sieht und den Nachfolger dazu im Blick hat. Ein Beispiel hierfür findest du in bekannten "Tricking Bible" von Sesshoumaru. Man bekommt sie im Internet überall - einfach danach googlen und herunterladen.

Aber auch die Körperlichen Voraussetzungen sind wichtig. Wie beweglich, kräftig, schnell oder ausdauernd bist du? Hast du genug Sprungkraft, genug Stabilität in den Gelenken? Und, und, und...

In diesen Fähigkeiten liegt der wichtigste Schlüssel zum Erfolg, nicht im bloßen lernen von Bewegungen. Dazu komme ich aber später noch. Beobachte vorerst einfach an welchen Aspekten deines Körpers du schnellsten im Training schlapp machst. Dort wo du schnell und viel Muskelkater hast sind Defizite, wenn die Gelenke wehtun gibt es Kräftigungsbedarf, etc.. Wie gesagt, sehr individuell....

Weißt du also wo du stehst? Dann geht es weiter.

3. Wo will ich hin?

Endlich! Das wirkliche Ziel will bestimmt werden. Was willst du also erreichen? Eine Fähigkeit? Ein bestimmtes Aussehen? Ein Spagat oder vielleicht ein Sixpack? Vielleicht willst du einen Marathon absolvieren? Oder alles zusammen... Such's dir aus, doch egal was es ist, nach Prinzip 1 sollst du dein Ziel so hoch wie möglich setzen.

.....

...

AAAber.. !

Beachte hierbei die Planzeit. Es ist sehr schwer für 20 Jahre im Voraus zu planen, weil sich währenddessen alles immer wieder verändert und du jetzt noch nicht wissen kannst, was du in 10 Jahren willst. Die Modernität ist sehr schnelllebig. Es gibt selten noch jemanden, bei dem sich die Ziele nicht rasant hin und her ändern. Aus der Erfahrung von mir und anderen kann ich nur sagen: Bestimme dein Ziel am besten so, dass du es maximal innerhalb des nächsten halben Jahres schaffen kannst. Besonders im Sport ist das eine gute Zeitspanne. Alles Andere wird im nächsten Punkt zu umfangreich. Wenn du das hast, geh weiter.

4. Wie komme ich dahin? - Etappenziele

Um den Weg zu bestimmen benötigst du Punkt 2: deinen aktuellen Stand und dein Hauptziel aus Punkt 3. Deine Aufgabe ist es, je nach Größe und Unterschied der gewünschten Zielleistung zu deinem jetzigen Stand, Zwischenziele zu bestimmen. Diese sollten realistisch sein und dir helfen einen Fortschritt zu erkennen. Jedes Etappenziel, das du erreichst, motiviert dich für den nächsten Schritt. Je kleiner die Abstände der Einzelziele voneinander sind, desto leichter wird es dir fallen, dein Hauptziel zu erreichen. Eh du dich umschaust, bist du nämlich schon da.

Erst dann, wenn du alle Einzelziele definiert hast, fängst du an nach Methoden zu suchen. Dies wird dir auch nicht mehr schwer fallen, durch die kurzen Zielabstände liegt es auf der Hand, was du zu tun hast. Dazu brauchst du kein Personal Trainer oder Fitnessstudio, nur deinen Verstand und deine Kreativität. (Ansonsten gibt es hier auch noch ein Forum)

Dann kann es eigentlich schon los gehen.

Ok... ein Tipp noch.

5. Aufschreiben und Handeln

Führ ein Tagebuch. Dort schreibst du all das auf, was du hier bestimmt hast. Du schreibst dein Training hin, was du neu gelernt hast, deine Bewegungen, wie lange du trainiert hast, wie oft du trainierst, ob du gut oder schlecht drauf warst, wieviel Klimmzüge du schaffst, etc.

Einfach alles, was wichtig sein könnte wenn du neue Ziele setzt. Irgendwann schaust du mal wieder rein und findest "Auffälligkeiten". Das können Tage sein, an denen du immer schlecht drauf bist, das können Zeiten am Tag sein, wo du Höchstleistung bringst. Das können die Kornflakes am Morgen sein, die dich am Abend total belasten, etc...

So lernst du deine Leistung besser kennen und kannst sie danach optimieren. Ich kann nur allgemeine Prinzipien geben, du musst dich um die Einzelheiten kümmern.

Gut, und wenn du damit fertig bist, dann geh jetzt endlich trainieren!

Merk dir:

Prinzip 2: Mach dir einen Plan!

bis gleich

der Philipp

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